Wie prüft man eine Hydraulikpumpe?

Eine schwache oder defekte Hydraulikpumpe kann Ihre gesamte Arbeit innerhalb von Sekunden zum Stillstand bringen. Eine fachgerechte Prüfung hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen, ungeplante Ausfälle zu vermeiden und Reparaturkosten deutlich zu senken.
Dieser leicht verständliche Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Hydraulikpumpe sicher und korrekt testen – von der schnellen Sichtprüfung bis zur vollständigen Leistungsprüfung.
Sicherheit geht immer vor
Sicherheit ist der erste und wichtigste Schritt. Hydrauliksysteme arbeiten mit sehr hohem Druck – unsachgemäßer Umgang kann zu schweren oder sogar lebensgefährlichen Verletzungen führen.
„Bei Hydraulik gibt es keine Abkürzungen bei der Sicherheit. Ein paar Minuten Vorbereitung können einen lebensverändernden Unfall verhindern.“
4 unverzichtbare Sicherheitsmaßnahmen
- Lock-Out/Tag-Out: Maschine vollständig abschalten und gegen unbeabsichtigtes Starten sichern.
- Druck abbauen: Bei ausgeschaltetem Motor alle Bedienelemente bewegen, um gespeicherten Hydraulikdruck abzulassen.
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Schutzbrille und Handschuhe tragen – Verletzungen durch Hydraulikölinjektion sind extrem gefährlich.
- Abkühlen lassen: Nach dem Betrieb die Maschine ruhen lassen – heiße Bauteile oder Hydrauliköl können Verbrennungen verursachen.
Klare Regel: Niemals ein Hydrauliksystem unter Druck prüfen oder öffnen.
Worauf Sie bei der Sichtprüfung achten sollten
Augen und Nase sind wichtige Diagnosewerkzeuge. Beginnen Sie immer mit einer Sichtprüfung, bevor Sie Messgeräte einsetzen.
Zuerst das Hydrauliköl prüfen:
- Milchiges oder schaumiges Öl = Wasser- oder Lufteintrag
- Dunkles oder verbrannt riechendes Öl = Überhitzung oder stark gealtertes Öl
Danach Schläuche, Dichtungen und Verschraubungen auf Risse, Undichtigkeiten oder Beschädigungen kontrollieren.
„Ein kleiner Tropfen heute kann morgen eine große Reparatur bedeuten.“
Kurz-Tipp: Leckagen oder verfärbtes Öl sind frühe Warnzeichen für Pumpenprobleme – handeln Sie, bevor es zum Totalausfall kommt.
3 typische Geräusche, die Sie ernst nehmen sollten
Hören Sie genau hin – eine Hydraulikpumpe „spricht“ über Geräusche.
Eine gesunde Pumpe läuft gleichmäßig und ruhig. Ungewöhnliche Geräusche deuten auf interne Probleme hin.
Bedeutung der häufigsten Geräusche:
- Hohes Pfeifen oder Kreischen: Luft im Öl oder Mangelschmierung (Kavitation).
- Mahlende oder klopfende Geräusche: starker Verschleiß oder Verschmutzung.
- Unregelmäßiges Rasseln: lose Bauteile oder Fehlausrichtung.
Klare Aussage: Eine funktionierende Hydraulikpumpe klingt unter Last ruhig und gleichmäßig.
Temperatur sicher überprüfen
Übermäßige Hitze ist ein klares Warnsignal.
Eine defekte Pumpe läuft oft zu heiß – meist durch Durchflussbegrenzungen oder interne Leckagen.
Verwenden Sie ein Infrarot-Thermometer, um zu messen:
- Temperatur des Pumpengehäuses
- Temperatur der Haupt-Hydraulikleitungen und des Tanks
„Eine Pumpe, die mehr als 80 °C über der Umgebungstemperatur liegt, weist meist erhebliche interne Leckagen auf.“
Einfache Faustregel: Höhere Temperaturen = geringerer Wirkungsgrad und kürzere Lebensdauer.
Förderstrom und Druck richtig messen
Der zuverlässigste Weg, den Zustand einer Hydraulikpumpe zu beurteilen, ist die Messung von Förderstrom und Druck.
Dazu benötigen Sie ein Durchflussmessgerät und ein Manometer, angeschlossen an die Hauptleitung der Pumpe.
5 einfache Schritte zur Prüfung:
- Herstellerangaben prüfen: Nennförderstrom (z. B. Liter/Minute) und Nenndruck (bar) kennen.
- Messgeräte anschließen: Durchflussmesser und Manometer sicher montieren; Schläuche und Anschlüsse prüfen.
- System aufwärmen: Maschine laufen lassen, bis das Hydrauliköl die Betriebstemperatur erreicht.
- Test durchführen: mit Nenndrehzahl laufen lassen, Durchfluss langsam drosseln und Werte beobachten.
- Ergebnisse dokumentieren: Förderstrom und Druck bei niedrigem sowie nahe dem Druckbegrenzungsventil festhalten.
Klare Aussage: Vergleichen Sie die gemessenen Werte immer mit den Herstellerspezifikationen.
Bedeutung der 3 häufigsten Messergebnisse
Die Messwerte erzählen eine klare Geschichte. So interpretieren Sie sie schnell:
1. Niedriger Förderstrom, normaler Druck
- Die Pumpe baut Druck auf, fördert aber zu wenig Öl.
- Hinweis auf Verschleiß oder interne Leckage.
„Wenn die Pumpe noch Druck aufbaut, aber langsam arbeitet, steht sie kurz vor dem Ausfall.“
2. Niedriger Förderstrom und niedriger Druck
- Möglich: Pumpenschaden, verstopfter Filter oder offenes Druckbegrenzungsventil.
- Vor dem Pumpentausch immer die Saugleitung prüfen.
3. Guter Förderstrom, niedriger Druck
- Die Pumpe ist in Ordnung.
- Leckage oder defektes Druckbegrenzungsventil im System.
Profi-Tipp: Testen Sie immer unter normalen Betriebsbedingungen. Kaltes Öl kann falsche Ergebnisse liefern.
Fazit
Die Prüfung einer Hydraulikpumpe erfolgt systematisch – von Sehen und Hören bis zu präzisen Messdaten. Dieses strukturierte Vorgehen hilft, Schäden frühzeitig zu erkennen, unnötige Teilewechsel zu vermeiden und Ihre Baumaschinen sowie Offroad-Fahrzeuge jederzeit einsatzbereit zu halten. Regelmäßige Tests sorgen für höhere Betriebssicherheit, längere Lebensdauer der Komponenten und maximale Produktivität Ihrer Hydraulikanlage.
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