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DN Group AG zur Omnibus-Reform: Warum Wirkungsmessung wichtiger wird, nicht überflüssiger

Weniger Berichtspflicht, nicht weniger Verantwortung: Am 18. März 2026 ist die EU-Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 in Kraft getreten. Mit ihr verschiebt sich der Kreis der Unternehmen, die künftig überhaupt noch nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) berichten müssen, spürbar nach oben: Statt bislang rund 250 Mitarbeitenden und 50 Millionen Euro Jahresumsatz gelten nun kumulativ mehr als 1.000 Mitarbeitende und mehr als 450 Millionen Euro Nettoumsatz als Schwelle. Nach aktueller Einordnung betroffener Branchendienste scheidet damit ein beträchtlicher Teil der bislang berichtspflichtigen Unternehmen aus dem Anwendungsbereich der CSRD aus. Für einen großen Teil des deutschen Mittelstands entfällt damit eine Pflicht, die viele Häuser gerade erst organisatorisch abgebildet hatten.

Der Gesetzgeber begründet den Schritt mit dem Abbau administrativer Lasten. Für Impact-Investoren wirft die Neuregelung unabhängig davon eine andere, praktischere Frage auf: Woher sollen vergleichbare, belastbare Wirkungsdaten künftig kommen, wenn ein wachsender Teil des Marktes sie nicht mehr verpflichtend liefern muss? Unternehmen unterhalb der neuen Schwellenwerte können zwar freiwillig nach dem vereinfachten VSME-Standard berichten, verpflichtet ist dazu jedoch niemand.

Impact-Messung war nie an CSRD-Pflichten gekoppelt

An dieser Stelle lohnt eine Abgrenzung, die im Impact-Investing regelmäßig übersehen wird: ESG-Kriterien bewerten, wie ein Unternehmen wirtschaftet, während Impact Investing eine beabsichtigte, zusätzliche und vor allem messbare Wirkung voraussetzt, unabhängig davon, welche Berichtspflicht gerade gilt. Die CSRD war für viele Marktteilnehmer ohnehin nur ein regulatorischer Mindeststandard, kein methodisches Fundament. Wessen Wirkungsmessung an dieser Pflicht hing, dürfte sie mit der Omnibus-Reform nun tatsächlich verlieren.

DN Group AG steht dieser Entwicklung aus einer Position gegenüber, die sich von der vieler anderer Marktteilnehmer unterscheidet: Der Frankfurter Pure-Play Impact Investor betreibt ein eigenes, auf vierzig Kriterien gestütztes Wirkungsmessungssystem. Es wird auf sämtliche Portfoliounternehmen angewendet, und zwar losgelöst davon, was die jeweils geltende EU-Regulierung gerade verlangt. Entwickelt wurde der Ansatz mit dem wissenschaftlichen Netzwerk THE SEVENTEEN sowie der CBS International Business School: Er verbindet die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele mit einem Scoring-Modell und schließt für jedes Portfoliounternehmen eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse nach den European Sustainability Reporting Standards ein. Seit Oktober 2025 verantwortet Dr. Andreas Rickert, zuvor Gründer des Think-Tanks PHINEO und Vorsitzender der Bundesinitiative Impact Investing, als Vorstand für Nachhaltigkeit die Weiterentwicklung dieses Systems.

„Nachhaltigkeit braucht Messbarkeit und Vergleichbarkeit”, bringt es CEO Ole Nixdorff auf den Punkt – eine Position, die dem eigenen, auf vierzig Kriterien gestützten Prozess zugrunde liegt, den das Unternehmen bereits im April 2025 eingeführt hat, knapp ein Jahr vor Inkrafttreten der Omnibus-Richtlinie. Dass der Anspruch nicht nur Außendarstellung bleibt, soll sich laut Unternehmen auch im Portfolio zeigen: „Wir sind stolz darauf, dass alle aktuellen Portfoliounternehmen unsere Wirkungsstandards übertreffen”, erklärt Nixdorff an anderer Stelle.

Weniger Pflicht bedeutet mehr Differenzierungspotenzial

Ob die Omnibus-Reform der Wirkungstransparenz am Ende schadet oder lediglich deren gesetzlichen Sockel verkleinert, dürfte sich erst über mehrere Berichtsjahre hinweg zeigen, insbesondere sobald absehbar wird, wie viele der neu von der Pflicht befreiten Unternehmen freiwillig beim VSME-Standard bleiben. Was sich schon jetzt sagen lässt: Ein Markt, in dem regulatorische Mindestanforderungen sinken, unterscheidet Anbieter stärker nach dem, was sie freiwillig messen, als nach dem, wozu sie ohnehin verpflichtet wären. Für Investoren, deren Wirkungsstandard nie an die CSRD gekoppelt war, verändert sich an dieser Stelle wenig – für den übrigen Markt könnte genau das künftig den Unterschied ausmachen.

Mehr Lesen: Carlos Detlef Akwasi

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